Jesus aus der Sicht des Korans (7)

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Jesus aus der Sicht des Korans (7)

Nach den Versen des Heiligen Korans war ein weiteres Wunder Jesu Christi die Heilung unheilbar kranker Menschen. Dazu gehörte die angeborene Blindheit. Heutzutage sind aufgrund wissenschaftlicher Fortschritte viele Krankheiten behandelbar, doch die angeborene Blindheit, bei der die Sehnerven oder wichtige Strukturen des Sehapparates sich überhaupt nicht ausgebildet bzw. entwickelt haben, scheint immer noch unheilbar. Der Heilige Koran betont einmal in den Worten Jesu in Vers 49 der Sure Al-Imran und erneut in den Worten Gottes in Vers 110 der Sure Al- Ma’ida, dass Jesus imstande war mit Gottes Erlaubnis Menschen mit angeborener Blindheit zu heilen.

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Jesus aus der Sicht des Korans (6)

Ein weiterer Teil aus der Reihe „Jesus aus der Sicht des Korans“

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Jesus aus der Sicht des Korans (6)

Der Heilige Koran erwähnt auch andere Wunder Jesu. Die Jünger, die besondere Gefährten Jesu waren und an ihn glaubten und sich zu den Gottergebenen zählten, baten ihn, Gott möge ihnen ein himmlisches Mahl senden, um Gewissheit in ihren Herzen zu erlangen. Jesus verknüpfte diese Bitte weise: er bat Gott, ihnen eine Versorgung zu senden, die gesegnet sein sollte, damit diese göttliche  Versorgung am Tag der Offenbarung von ihm, seinem Volk und allen Christen nach ihm als großartig angesehen und als Festtag in Erinnerung bleiben sollte. Gott sandte diesen gedeckten Tisch hinunter, um den Glauben der Gläubigen zu festigen und den Verlust der Leugner zu untermauern. (Verse 111-115, Sure Al-Ma`ida)

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Jesus aus der Sicht des Korans (5)


Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Jesus aus der Sicht des Korans (5)

Das Sprechen Jesus in der Wiege ist ein Wunder und eines der Zeichen seines Prophetentums. Als Wunder wird etwas Außergewöhnliches bezeichnet, zu dem Menschen so nicht in der Lage sind, und es führt dazu, dass die Menschen den göttlichen Gesandten vertrauen. Jeder der monotheistischen Propheten vollbrachte Wunder. Dazu gehört die Umwandlung des Hirtenstabes von Moses in eine Schlange ebenso wie die Abkühlung des Feuers, als Abraham hineingestoßen wurde, wie auch die Errettung Noahs und eines Teiles seines Volkes vor der Flut und der Heilige Koran Mohammads. Diese sind nicht wiederholbar und im Gegensatz zu einigen Ansichten ist gerade die Nichtwiederholung von Wundern ein starkes Zeichen des göttlichen Ursprungs der Botschaft. Die Rede Jesu in der Wiege wird als das erste Indiz seiner göttlichen Sendung gesehen.

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Jesus aus der Sicht des Korans (4)


Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Jesus aus der Sicht des Korans (4)

Maria kehrte mit ihrem Kind in die Stadt zurück und angesichts der beleidigenden Worte der Menschen deutete sie zur Antwort auf ihren Sohn. Die Leute waren verwundert und fragten, wie sie mit ihm sprechen sollten, da er ein Säugling sei und nicht sprechen könne. Plötzlich begann der Säugling zu reden und sagte:

„Ich bin der Diener Gottes und Sein Gesandter. Er hat mir das Buch zur Leitung gegeben und wo immer ich bin, hat Er mich zu einem gesegneten Wesen gemacht.“
(Verse 27-31, Sure Maryam)

Dieses Ereignis ist das erste Zeichen des Prophetentums und der Gerechtigkeit Jesu gegenüber Menschen aller Zeiten und aller Religionen.

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Jesus aus Sicht des Korans 3


Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

Jesus aus Sicht des Korans 3

Maria durchlebte die schwierigsten Augenblicke ihres Daseins: der Schmerz der Geburt Jesus einerseits und andererseits der Schmerz der Anschuldigungen ihres Volkes. Sie wünschte, sie wäre zuvor gestorben und ganz und gar vergessen worden. Da rief ihr eine Stimme von unten her zu: „Sorge dich nicht! Dein Herr lässt unter dir Wasser fließen. Iss von den reifen Datteln der Palme neben dir und solltest du jemanden sehen, signalisiere ihm, dass du heute dem Erbarmer ein Fasten gelobt hast und nicht sprechen kannst. Sprich mit niemanden und wisse, dass dein Säugling dir beistehen wird.

(Verse 23-26 / Sure Maryam)

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Jesus aus Sicht des Korans (2)


Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen
Jesus aus Sicht des Korans (2)

Gott machte im heiligen Koran die Geburt Jesus von einer jungfräulichen Mutter als Zeichen seiner Allmacht und Kraft (Vers 50/Al Mu’minun), welcher in der Schöpfung wie Adam war, obwohl dieser weder ohne einen Vater noch ohne eine Mutter erschaffen wurde und die Schöpfung Jesus ohne Vater für Ihn ein Leichteres darstellte (Vers 59/ Ale Imran). Gott gibt der reinen Maria, die erstaunt war ein Kind zu erwarten, ohne dass sie von einem Mann berührt wurde und ohne unkeusch zu sein als Antwort:

„Dies ist Mir ein Leichtes! Und Wir wollen ihn zu einem Zeichen machen für die Menschen und zu einer Barmherzigkeit von Uns.“
(Verse 20-21/ Maryam)

Frauen Forum des Islamisches Zentrum Hamburg

Jesus Christus ist einer der großen Propheten Gottes, den wir Muslime ehren und an den wir glauben.

Hamburg, 14.12.2020


Jesus Christus ist einer der großen Propheten Gottes, den wir Muslime ehren und an den wir glauben.
Im Rahmen der Geburt Christi und dem christlichen Neujahr haben wir uns vorgenommen, jede Woche einen kurzen Artikel über Christus im Islam zu schreiben, damit unsere christlichen und muslimischen Freunde die Sicht des Islam auf diesen großen Propheten besser kennenlernen.


Jesus aus Sicht des Korans (1)
Jesus ist der Sohn Marias, die auserwählte Frau, die im Heiligen Koran als einer der besten Frauen genannt wird und die Manifestation von Tugend und Keuschheit (Verse 42 und 43/ Al-Imran) und Vorbild von gläubigen Männern und Frauen ist (Vers 12/ Tahrim). Die Engel gaben Maria die frohe Botschaft von Jesus, dem Wort Gottes, der im Diesseits und im Jenseits hoch erhaben ist und einer der Gott am nahe stehenden ist (Vers 45/ Al-Imran). Die besonderen Eigenschaften von Maria veranlassten Jesus, sie respektvoll zu erwähnen und dankbar zu sagen: „Gott hat mich meiner Mutter gegenüber wohlwollend gemacht und ich bin ihr gegenüber nicht unterdrückend oder rebellisch“ (Vers 32/ Maryam)

Frauenforum der Islamischen Zentrum Deutschland

Sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche

Hamburg, 14.12.2020

In der katholischen Kirche lernen wir gerade auf der Seite der Betroffenen zu stehen. Die Stimmen der von sexuellem Missbrauch Betroffenen wurden lange Zeit zum Verstummen gebracht. Es galt, das Ansehen der Institution Kirche nicht zu gefährden. Diesem Ansinnen wurde alles untergeordnet. Die Folge war Vertuschung, Geheimniskrämerei, Verschweigen in großem Umfang. Nun ist das Schweigen weitestgehend gebrochen. Immer mehr Untersuchungen bringen das Elend des sexuellen Missbrauchs ans Licht. Mächtige wurden und werden benannt, die Medien sind voll davon.

Meine Kirche gibt ein schräges, ungutes Bild in der Öffentlichkeit ab. Ich möchte mich fremd schämen, dass ich da dazu gehöre.

Ähnliches sagte mir eine muslimische Freundin, auch sie möchte sich fremd schämen…

Ich betrachte das Ganze aus der protestierenden Position von Maria 2.0. Die umfassende Aufklärung des Missbrauchs ist eine unserer wichtigsten Forderungen. Es gilt, die männerbündischen Strukturen zu durchbrechen. Täter wurden eher als Mitbruder gesehen, dem die Sünden zu verzeihen sind, als dass den Betroffenen zugehört wurde.  Ein Weg, dieses männerbündische Verhalten zu unterbrechen, ist eine geschlechtergerechte Kirche.

Wenn Religionsführer jetzt finden, der Islam müsse Stellung beziehen, dann ist das auch ein Machtkampf. Wenn solche Stellungnahmen dann mit dem lapidaren Satz enden auch im Christentum gibt es Fragen, die gelöst werden müssen, dann werde ich wütend. Dazu habe ich keine Lust mehr.

Alle Religionen sind aufgerufen zu schauen, was für Potentiale für Unterdrückung bei ihnen vorhanden sind. Dabei sind die gesellschaftlichen Realitäten keinesfalls auszublenden. Gewalt entsteht nicht im luftleeren Raum.

Alle Religionen sind von ihren Stiftern her friedfertig. Ich frage mich, welche geschichtlichen Prozesse sind in den Blick zu nehmen, um das Phänomen der Entstehung von Ausgrenzung, „wir und die da“, was schnell in Gewalt umschlägt, in den Blick zu bekommen?

Hilft da der Blick auf die Opfer der Geschichte?

Eva-Maria Schmitz

Gedanken in dieser Zeit

Hamburg, 03.11.2020

Happy Birthday

Mein lieber Prophet, heute ist dein Geburtstag, aber niemandem von uns ist zum Feiern zumute.

Es ist wieder geschehen und wir sind sprachlos. Wieder hat einer unserer Glaubensbrüder eine so abscheuliche Tat begangen und deinen Namen und unseren Glauben in den Dreck gezogen. Dieses Mal in Wien. Wieder senken wir unsere Köpfe und schämen uns. Kein normaler Menschenverstand kann das begreifen.

Warum lesen unsere Glaubensbrüder nicht unseren Koran?

Sie wüssten dann, dass Sie nicht ihren niederen Trieben folgen dürfen…

Sie wüssten dann, dass Islam von salama = Frieden kommt.

Sie wüssten dann, dass der Islam zu Gnade und Barmherzigkeit aufruft und die Anleitung zu einem friedlichen Miteinander gibt.

Sie wüssten dann, dass Gott barmherzig und gnädig ist und Er es am liebsten hat, wenn wir Ihn uns bei jeder Handlung sowie vor jeder Sure mit „Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen“ vergegenwärtigen. Sie wüssten auch, dass du der Prophet der Barmherzigkeit bist.

Sie wüssten dann, dass „Wer einen Menschen tötet, bei dem wird es so gewertet, als hätte er die gesamte Menschheit getötet“ und „Wer einem Menschen das Leben rettet, bei dem
ist es so, als hätte er die gesamte Menschheit gerettet“ (5:32).

Sie wüssten dann, dass zwar „Auge um Auge und Zahn um Zahn“ (5:45) gilt, aber „Verzeihen besser ist “ (4:128) und „Wer das Böse mit Gutem abwendet, wird sehen, dass aus Feindschaft Freundschaft wird“ (41:35). „Und wer geduldig ist und vergibt, das ist gewiss ein Zeichen starken Geistes“ (42:44).

Es gibt so viel Gutes und Erstaunliches. Wir müssen nur danach leben und es uns und unseren Kindern weitergeben… und sie anspornen, dass sie den Koran lesen und wenn sie etwas Irritierendes darin finden, sie solange nachhaken und recherchieren, bis sie die richtige (mit dem Verstand vereinbare) Bedeutung finden.

Lieber Prophet, ich ende mit deinem eigenen Bittgebet:

O Gott, lass Deinen Frieden und Dein Heil all Deine Gesandten, Deine Propheten und Deine rechtschaffenen Diener erreichen!

O Gott, Du bist der Friede!

Von Dir kommt der Friede.

Gib, dass wir im Frieden leben!
Deine Marjan Heidarinami



Hamburg, 23.10.2020

Sehr geehrter Staatspräsident Macron,

„Wer einen Menschen tötet, bei dem ist es so als hätte er die gesamte Menschheit getötet und wer einem Menschen das Leben rettet, bei dem ist es so, als hätte er die gesamte Menschheit gerettet (Heiliger Koran 5:32)

Der grausame Mord an Samuel Paty ist ein abscheuliches Verbrechen, das jeglicher Rechtfertigung entbehrt und unentschuldbar ist. Eine religiöse Legitimation gibt es schon gar nicht.

Nicht nur das Töten, sondern auch jegliche Aggression ist im Islam strengstens verboten (7:56, 74). Es stimmt, dass es Verse gibt, die Gewalt beinhalten. Sie dürfen jedoch nicht aus ihrem historischen Kontext herausgelöst betrachtet werden. Gewalt ist stark reglementiert und darf nur unter bestimmten Voraussetzungen ausschließlich zur Selbstverteidigung und zur Abwehr eines Angriffs erfolgen, muss verhältnismäßig sein, darf nicht aus niederen Beweggründen erfolgen, darf keine Zivilpersonen treffen und muss sofort beendet werden, wenn die Angreifer aufhören.“ …

Sie preisen die Meinungs- und Pressefreiheit als eine Errungenschaft Ihrer Demokratie, machen sie zur Chefsache und möchten sie um jeden Preis verteidigen.

Durch Ihre pauschalen und undifferenzierten Aussagen stellen Sie dabei bewusst oder unbewusst nicht nur fünf Millionen französische Staatsbürger muslimischen Glaubens unter Generalverdacht. Auch eine durchaus plurale und inhomogene Gemeinschaft von weltweit 1,8 Milliarden Muslimen kränken und demütigen Sie mit Ihren Äußerungen auf populistische Weise, indem sie schwarz-weißmalen: entweder ist man für Meinungsfreiheit wie Sie sie verstehen – ohne jegliche Tabus – und auf der Seite der französischen Staatsraison oder man hat eine andere Meinung und ist automatisch gegen den Rechtsstaat.

Aber die Meinungsfreiheit darf kein Freibrief für alles sein und bedarf eines verantwortungsbewussten Umgangs. Sollte es in einem zivilisierten Teil der Welt nicht selbstverständlich sein, dass man bei der Äußerung seiner Meinung nicht beleidigt, diffamiert und demütigt? Sachlich zu argumentieren und sich bei Generalisierungen zurückzuhalten sollte doch geboten sein…

Wissen Sie, karikieren, also ein verzerrtes Bild zeigen, geht dann, wenn man ein Bild hat von der Person, die man karikieren will.

Kennen Sie den Propheten Mohammad (Friede sei mit ihm)?

Er war ein Mann, der weit vor seiner Berufung zum Propheten für seine Vertrauenswürdigkeit und sein mildes Gemüt geschätzt wurde. Als er siegreich in seine Heimatstadt, aus der er und seine Anhänger vertrieben wurden, zurückkehrte, verstand er es sich mit seinen grausamen Peinigern zu versöhnen und auszurufen: „Von nun an sind wir alle Brüder!“. Seine Feinde, die ihn und seine Anhänger aus Angst vor Machtverlust bis aufs Blut bekämpften, waren auf alles andere gefasst nur nicht auf das.

Auch Beleidigungen begegnete der Prophet auf seine Art. Jedes Mal, wenn er durch eine bestimmte Gasse schritt, wurde er von einer alten Frau mit Schimpf/Beleidigungen bedeckt und mit Dreck beworfen, welches er über sich ergehen ließ. Eines Tages, als er diesen Weg beschritt und die Beleidigungen und der Dreck ausblieben fragte er nach dem Grund. Man antwortete ihm, dass die alte Frau krank sei und deswegen nicht auf ihrem Posten war. Der Prophet bat, ihn zu der alten Frau zu führen, um ihr einen Krankenbesuch abzustatten. Der alten Frau verschlug es die Sprache und sie bereute ihre Tat…
Nun hätte man ein kleines Bild von ihm, das man karikieren könnte.

Wissen Sie, bei uns in Ihrem Nachbarland Deutschland, stellt der §166 im Strafgesetzbuch derartiges Verhalten, das Sie als Meinungsfreiheit auslegen unter Strafe, das bis zu drei Jahre Freiheitsentzug nach sich ziehen kann. Denn diese „stören den öffentlichen Frieden“. Deutschland gehört zu den rund 70 Ländern, in denen es solche Gesetze gibt. Auch die Zusammenkunft der Menschenrechtskommission der UN konstatierte 2011, dass „die Verfechtung nationalen, rassistischen oder religiösen Hasses, welcher zur Diskriminierung, Feindseligkeit und Gewalt anstiftet, verboten werden muss.“

Sie aber pochen auf das „Recht auf Blasphemie“, wollen Karikaturen verbreiten, für die sich in Wirklichkeit keiner interessiert und nehmen es in Kauf, damit absichtlich die Gefühle von Milliarden von Muslimen zu verletzen. Wer nicht Ihrer Ansicht ist, ist Gegner Ihre Demokratie und denen sagen Sie den Kampf an. „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“. Auch Muslime teilen diese Werte.

Muslime verstehen sich untereinander als Glaubensgeschwister. Mit allen anderen basiert die Beziehung auf Menschlichkeit und der Verbundenheit in der großen Menschheitsfamilie. Im Islam sind alle Menschen gleich: es zählt weder Rang noch Herkunft, Geschlecht, Hautfarbe etc. Und auch aus islamischer Sicht ist Freiheit ein essentielles Menschenrecht und ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Natur.

Neben der sozialen Freiheit gibt es auch die spirituelle Freiheit – die Freiheit der Gedanken, der Rede, der Wahl etc. Freiheit ist Gottgegeben. Der Mensch muss frei sein, um seine Potentiale entfalten zu können und damit zur Vervollkommnung gelangen zu können. Die Freiheit geht aber einher mit Verantwortung und Pflichten. Im Islam unterliegt die Freiheit moralischen Grenzen: bspw. hat man nicht die „Freiheit zu lügen, zu verleumden, zu diffamieren“.

Muslime sind nicht gegen die Demokratie. Sie sind auch keine potentiellen Terroristen. Leider ziehen Sie es zur Zeit aber vor alle Muslime über einen Kamm zu scheren und Ihre Gesellschaft zu polarisieren und zu spalten. Sie sind in einer Position, in der sie mit Ihren Äußerungen viel bewegen könnten.

Hochachtungsvoll
Marjan Heidarinami

Das Fest des Fastenbrechens – Īd al-Fiṭr

Das Īd al-Fiṭr ist der krönende Abschluss des Monats Ramadan. 29/30 haben wir uns bemüht, in ihm mit all unseren Sinnen zu fasten. Eine gute Zeit. Eine gesegnete Zeit. Die Aufregung war groß, wann der Mond gesichtet wird. Denn dann erst ist Īd/Eid. Aber schließlich ist es doch soweit.

Für mich ist es tatsächlich ein ganz besonderes Fest – nämlich eines, das ich mir aktiv „verdient“ habe. Ich denke jede/r, die/der den Ramadan begeht, dürfte dieses intensive Gefühl teilen.

Das Highlight ist das gemeinschaftliche Festtagsgebet in der Moschee am Morgen. Die Moschee berstet vor Menschen. Aber die Stimmung ist freundlich, beseelt. Die Gesichter strahlen. Wir beten. „Oh Gott, Du Inhaber der Herrlichkeit und der Mächtigkeit. Du Inhaber der Freigebigkeit und der Allmacht. Du Inhaber des Verzeihens und des Erbarmens…“ ein Gebet, das mir in diesem Moment vollkommen aus der Seele spricht… Und so bete ich unter Gleichgesinnten und bin einfach nur glücklich. Ein erhebendes Gefühl. Ich könnte die ganze Welt umarmen… Nach dem Gebet wünschen wir uns gegenseitig, dass Gott unsere Bemühungen annimmt und beglückwünschen uns zu diesem Tag.

Beim Entrichten der fälligen Armensteuer (Fetriye) in die Spendenbox sage ich zu mir:

„Lieber Gott, danke dass ich die Erfahrung von Entbehrung und Ausdauer machen durfte und danke, dass du mir die Kraft dazu gegeben hast. Nehme mein Fasten an und sehe großzügig über meine Unzulänglichkeiten in diesem Monat hinweg. Lass das heutige Gefühl noch lange nachhallen und hilf mir an den schönen Gewohnheiten weiter fest zu halten. Und hör nicht auf allen Menschen Gutes von Dir zu geben.  Amin“

Nachdem ich auf dem Hof süßen Brei esse und Freunde und Bekannte treffe, geht es zur Arbeit. Zur Feier des Tages nehme ich Gebäck mit. Vielleicht kann ich ja auch die Anderen mit meiner Festtags-Stimmung anstecken…

– Frau Dr. Marjan Heidarinami

1. Blogeintrag: Ramadan 2018

Lieber Gott,

danke, dass ich für dich fasten darf,

danke, dass ich in der Verfassung bin, zu fasten,

danke, für die einmalige Erfahrung.

Ich fühle mich beschirmt, von Dir beschützt und getragen in dieser Zeit.

Danke.

Den Alltag meistere ich durch Deine Kraft.

Aber alles ist gedämpft – nicht mehr so grell, nicht mehr so ernst.

Ich bin gelassen. Du machst mich gelassen durch das Fasten, das Du mir auferlegt hast.

Und Du sagst: „…es ist gut für euch, wenn ihr es nur wüsstet…“.

Ich fange an, zu begreifen. Glaube es zumindest.

Im Leben gibt es Wichtigeres, Höheres, Vollkommeneres – Dich.

Aber warum lässt mich der Alltag vergessen?

Warum verblassen Überzeugungen?

Danke – ich danke Dir und nur Dir.

Du holst mich raus – gewährst mir eine Auszeit von allem und führst mich ein Stück zum Besten – zu Dir.

Gott, ich liebe Dich.

Hilf mir weiter zu fasten.

Wie sollte ich sonst meine Liebe bekunden?

Ein Weg, der mir mehr bringt als Dir.

Du reinigst mich durch Deinen Weg.

Ich komme meinem Ursprung näher.

Ich fühle meine Verbundenheit –

mit Fastenden, Nicht-Fastenden, mit durstenden Pflanzen und Tieren.

Ich bin Teil Deiner vollkommenen Schöpfung.

Intensiver fühlte ich das nie.

Ich danke Dir.

Ich bin froh, dass ich von Dir bin.

Und ein Teil von Dir in mir…

Ramadan 2018, M H